Stundenlang muss der Kessel mit der Masse gerührt werden.
Sitzerath(red) Die Garten- und Naturfreunde Sitzerath haben wieder Laxem gekocht. Laxem ist ein traditioneller, dick eingekochter Aufstrich aus Zwetschen (Pflaumen) und Birnen. Das regionale Rezept ist denkbar einfach: Zwetschen, Birnen, Zucker und Zimt werden über Stunden eingekocht, bis eine süße, zähe Masse entsteht, die als Brotaufstrich dient. Die Dosierung dieser Zutaten ist ein Geheimnis der Sitzerather, wie ein Sprecher mitteilt.
Zunächst müssen genügend Zwetschen gepflückt werden. Die Zwetschen werden gewaschen und anschließend jede einzelne mit einem kleinen Küchenmesser entkernt. Diese Aufgabe haben wie in den Vorjahren die Frauen der Naturfreunde wieder übernommen.
Nach dem Waschen werden 65 Kilo der entkernten Zwetschen in einen Kuperkessel gefüllt. Frühmorgens um 5 Uhr wird der unter dem Bottich befindliche Ofen mit Buchenholz befeuert. Bis zum Nachmittag gegen 15 Uhr muss die Zwetschenmasse mit einem großen Spezial-Rühr-Löffel ununterbrochen gerührt werden. Würde der Rührvorgang unterbrochen, wird der Laxem unbrauchbar und die ganze Vorbereitung wäre umsonst gewesen. Die Ablösung der fleißigen Rührer muss gewährleistet sein, denn einer alleine würde diese anstrengende Arbeit nicht bewältigen. Und der Ofen darf nicht ausgehen. Es ist also höchste Sorgfalt geboten.
Wenn der Laxem dann am Nachmittag seinen gewünschten Geschmack erreicht hat, wird die frische, noch heiße Fruchtmasse in vorbereitete und etikettierte Gläser gefüllt. Der süße Brotaufstrich wird dann an verschiedenen Anlässen wie Erntedank, Grünem Stammtisch oder Weihnachtsmarkt verkauft oder kann nach einem vereinbarten Termin erworben werden.
Auch wenn es mit größeren Anstrengungen wie Pflücken, Entkernen, Rühren und Verfüllen verbunden ist, möchten die Garten- und Naturfreunde Sitzerath diese schöne Tradition und die Aktivität des Vereins beibehalten.
Zusätzlich zum Laxemkochen wurden an diesem Tag auch noch 1401 Kilogramm Äpfel von verschiedenen Anlieferern gekeltert. Jeder Obstbesitzer erhält auch seinen von den eigenen Äpfeln gepressten Apfelsaft.

Foto: Alfred Schmitt